Ich kann immer nur den Kopf schütteln, wenn sich angebliche Wein-Liebhaber in den Bistros immer diese dünne, total verwässerte Pinot-Grigio-Brühe reinschütten.
Es mag daran liegen, weil dies oft die einzigen Weine sind, die offen angeboten werden. Der Hauptgrund für den Konsum ist aber, dass italienische Weine beim Massen-Publikum immer noch als gut gelten.
Ich teile diese Meinung nur in Bezug auf den Rotwein. Denn die Tropfen aus dem Chianti und dem Piemont sind größtenteils wirklich herrlich. Bei den Weißweinen sieht das aber ganz anders aus.
Natürlich gibt es auch hier gute Qualitäten z.B. beim Roero Arneis, beim Soave und den Weinen aus Südtirol. Aber insgesamt ist das Gros der in Deutschland ausgeschenkten Italo-Weißweine schlicht der Alptraum. Ehrlich gesagt, ich würde mit diesem ganzen Frascati-, Pinot Grigio und Trebbiano-Fusel nicht mal kochen. Statt dessen empfehle ich dringend,
sich mal wieder mit deutschem Weißwein zu beschäftigen. Er ist in den letzten Jahren immer besser geworden und kostet nur einen Bruchteil dessen, was für ähnliche Qualitäten
aus Frankreich bezahlt werden muss. Für 6 bis 10 Euro gibt es schon ganz hervorragende Weine. Angetan haben es mir vor allem die Rieslinge aus Rheinhessen und der Pfalz.
Und jeder sollte irgendwann natürlich mal eine trockene Auslese probiert haben, um festzustellen, wie köstlich eine edelsüße Note sein kann.
An deutschen Weinen empfehle ich konkret: den Weissburgunder von Bürklin-Wolf (ca. 7 ), die Grauburgunder Spätlese
von Lergenmüller (ca. 9 ), sowie die trockene Riesling Spätlese von Basserman-Jordan (ca. 12 ). Wer die mal getrunken hat, rührt keinen Italo-Fusel mehr an.
Ein ganz heißer Tipp sind übrigens die Rieslinge vom Weingut Robert Weil aus dem Jahr 2004. Die Kabinetts und Spätlesen sind der Hammer, aber auch schon die einfachen Qualitätsweine und sogar die Literabfüllung sind große Klasse.